Wie ich auf den Hund kam...

Eigentlich hatte ich ja seit meiner Kindheit Angst vor Hunden, egal ob gross oder klein, egal ob hell oder dunkel. Ich wechselte sogar die Strassenseite, wenn mir ein Hundebesitzer mit seinem Hund entgegen kam. Aber wie es mein Schicksal 1994 wollte, kam ich in den USA zu einer Gastfamilie mit Hund. Eine Golden Retriever Hündin namens "Morgan" - sehr anhänglich, aber wahnsinnig verfressen - durfte mir zukünftig Gesellschaft leisten. Den anfänglichen "Schock" überwunden, verfütterte ich ihr jeden Morgen mein halbes Frühstück, so konnte ich wenigstens ein paar Minuten ihrem bettelnden, jedoch zugleich fordernden Blick entfliehen. Ich habe mich sehr schnell an Morgan gewöhnt und sie sehr lieb gewonnen, da ich merkte, dass ich die einzige Person war, die diesem Tier Aufmerksamkeit und ein bisschen Liebe schenkte. So begann ich an meinen freien Tagen, Morgen spazieren zu führen. Selbstverständlich durfte sie nicht von der Leine, da sie sonst "ab durch die Mitte" wäre. Ist ja auch verständlich, wenn man den ganzen Tag im Hause oder in einem 2 m x 5 m grossen "verkackten" Zwinger verbringen musste. Mein Schicksal führte mich ein paar Monate später in eine andere Familie mit einem Beagel-Mischling-Puppy genannt "Moe". Moe leistete allerhand; er klaute die geschälten Äpfel für den Applepie vom Tisch und versteckte sie in seinem Hundebett, verkroch sich unter die Veranda, so dass ich selber unter die Veranda kriechen musste, um ihn hervorzuholen, stellte die ganze Garage auf den Kopf, etc. etc. Bei ihm traute ich mich das erste Mal "Regeln" durchzusetzen. Zurück in der Schweiz arbeitete ich in einer Handelsfirma am Stadtrand von Zürich. Meine Vorgesetze brachte täglich ihre langhaarige holländische Schäferhündin "Saira" mit ins Büro, ein richtiger "Büro-Hund". Tagsüber lag sie unter dem Tisch und schlief und auf dem Spaziergang tobte sie sich aus. Auch mein nächster Arbeitgeber hatte einen Firmenhund, einen Border Terrier namens "Dingi". Da mein Chef ab und zu Verabredungen hatte, bei denen er Dingi nicht mitnehmen konnte oder keine Zeit hatte, über Mittag mit ihr spazieren zu gehen, habe ich diesen Job der Hundesitterin übernommen. Dingi war schon 5 Jahre alt und hatte nicht wirklich Lust mit mir ein paar "Grundbegriffe" wie Sitz oder Platz zu üben. Das einzige was sie verstand war "Gutzi". Wie ein Blitz aus heiterem Himmel kam sie dahergeflitzt, wenn es in der Firmenküche raschelte oder jemand sich etwas zu Mittag kochte. Ganz nach dem Motto: "Allzeit bereit". 2003 wechselte ich in eine andere Handelsfirma, natürlich ebenfalls mit einem "Firmenhund". "Eura", eine Rottweiler Hündin leistete mir ab und zu im Büro gesellschaft. Sie war eine "ältere Dame", 10 Jahre alt, ruhig und sehr gut erzogen. Ich habe gemerkt, dass sie ein sehr enges Verhältnis zu ihren Besitzern hatte, was mir sehr gefiel. Ich hoffte, dass ich mir ihre Gunst ebenfalls "erbetteln" könnte, indem ich meine grosse Korpus-Schublade mit Hundegutzis füllte. Leider hatte mir Eura nur 8 Monate Gesellschaft geleistet, die Besitzer mussten sie wegen ihren starken Schmerzen, dem "Hundehimmel" übergeben. Für mich war es das erste mal, dass ich mich von einem liebgewonnen Hund "verabschieden" musste. Bevor es jedoch soweit war, habe ich mich nach langem und reiflichem Überlegen nun endlich auch für einen vierbeinigen "Freund" entschieden. Ein Labrador Retriever musste es sein!

Wie ich Leven fand...

Diverse Züchter hatte ich angefragt und besucht, aber leider oder besser zum Glück waren jeweils alle Welpen bereits schon verkauft, manchmal sogar schon bevor diese geboren waren. Eine Züchterin hatte mich beinahe ausgelacht; für einen Welpen aus ihrem Zwinger müsste ich "früher aufstehen". Wenn ich heute die Hunde aus dieser Aufzucht ansehe, bin ich mehr als froh, gar nicht erst die Bekanntschaft dieser Züchterin gemacht zu haben! Als ich Verena Ommerli anrief, war eine ihrer ersten Fragen, zu welchem "Zweck" ich den Hund möchte. Im ersten Moment war ich ziemlich perplex, denn für mich war immer glasklar, dass ich mit meinem Hund Hundesport betreiben wollte. Ich bekam ausführliche Unterlagen von Vreni zugesandt, mit dem Hinweis, mich nochmals bei Ihr zu melden, falls mir die "körperliche" Gegebenheit ihrer Hunde zusagen würde. Ihre Hunde seien schlank, haben sehr viel "will to please", sind sehr gelehrig; kurz gesagt "Ferrari's". Bis zu diesem Telefon mit ihr, hatte ich keine Ahnung, dass es bei Labrador Retrievern eine Arbeitslinie und eine Showlinie gab. Nun gut, die Unterlagen kamen promt, die Hunde gefielen mir sehr und als die Welpen geboren waren, ging ich bei Vreni regelmässig ein und aus. Zwei Welpen hatten es mir besonders angetan, der "Braune" und der "Grüne". Schlussendlich ging ich an Ostern 2003 mit dem "grünen" Welpen nach Hause. Zwei Wochen zuvor durfte ich für meinen "grünen" Welpen einen Namen aus einer langen Liste mit irischen und schottischen Gewässern aussuchen. Ich habe mich für das Loch Leven (ein See in Schottland), bzw. Leven entschieden.

Was mir Leven bedeuted...

In der Zwischenzeit haben Leven und ich eine sehr gute und enge Bindung zueinander. Ein Leben ohne ihn, kann ich mir nicht mehr vorstellen. Er war die beste Entscheidung in meinem Leben! Bei dem Gedanken, dass er mich eines Tages verlassen wird, kommen mir jetzt schon die Tränen. Ich hoffe, dass das noch lange, sehr lange nicht der Fall sein wird. Sehr dankbar für diesen "Schatz" bin ich der Züchterin, Verena Ommerli, und ihrer Hündin Blagroves Bramble sowie auch Barbara Terrenghi und "Malo", dem Vater von Leven. Vielen Dank für Euer Vertrauen, Ihr habt mein Leben bereichert, indem Ihr mir Leven anvertraut habt.